Menschen im Koma/Wachkoma sind die äußersten Außenseiter unserer Gesellschaft und haben keine Lobby.

Die Sozialgesetzgebung in der Bundesrepublik Deutschland wurde von Menschen und gewählten Volksvertretern verfasst, die offensichtlich in ihrem Umfeld keinen einzigen Wachkoma- oder Komapatienten kennen lernten.

Dieses führt zu folgenden eigenartigen Situationen und Gesetzeslagen:

1. Allgemeines

Das Pflegegesetz, welches der Gesetzgeber Mitte der 90´er Jahre verabschiedet hat, sollte helfen, Menschen im Alter human und menschenwürdig zu pflegen, sie mit ausreichenden Mitteln so zu versorgen und zu pflegen, so dass sie in Würde ihr Endalter erreichen und human sterben können.

Zwischenzeitlich ist bekannt, dass die Mittel, die die Pflegekassen zur Verfügung stellen, nicht ausreichen, um einen humanen Pflegeplatz bezahlen zu können. Wie viel mehr gilt dieses bei Komapatienten.

Alle Krankenkassen in Deutschland haben sich eine eigene Pflegekasse zugelegt, weil sie als Krankenkassen unbegrenzt als Kostenträger eintrittspflichtig sind bei kranken Menschen, wie z. Bsp. auch bei Komapatienten.

Der medizinische Dienst, der von Krankenkassen finanziert wird und der der medizinische Dienst der Krankenkassen ist, sorgt dafür, festzustellen, dass Komapatienten austherapiert sind und als Pflegefall eingestuft werden. Dieses führt dazu, dass die Pflegekasse als Kostenträger eingesetzt wird und Kosten gedeckelt sind bei maximal 1.800 Euro.

Diese 1.800 Euro werden für einen Schwerstpflegebedürftigen mit Zusatzerschwernis (wie das bei Komapatienten die Regel ist) dann gezahlt, wenn dieser Patient in einer Pflegeeinrichtung oder durch einen Pflegedienst gepflegt wird. Beide Einrichtungen kommen jedoch mit diesem Pflegesatz nicht aus.

In einer Pflegeeinrichtung kostet die Pflege eines Komapatienten zwischen 6.000 und 15.000 Euro, was bedeutet, dass Angehörige für Kosten in Höhe von 4.200 bis 13.000 Euro im Monat in Anspruch genommen werden. Dieses bedeutet den wirtschaftlichen Ruin des Angehörigen, der hier zur Kasse gebeten wird. Selbst wenn es eine Familie mit mehreren Verdienern ist, verlieren diese Menschen Haus und Hof.

Ganz anders verhält es sich in Finnland, wo ein Angehöriger von der Kommune als Angestellter eingestellt wird, ein Monatsgehalt bekommt und dafür den Patienten zu Hause pflegen kann.

Wird dieser Komapatient, was für die Lebensqualität des Komapatienten, aber auch aus Kostengründen notwendig erscheint, in die häusliche Pflege gegeben, d.h., in den privaten Bereich seiner Familie übergeben, dann trägt die Pflegekasse die medizintechnische Einrichtung (sie wird leihweise zur Verfügung gestellt) und die Familie bekommt für die Pflege dieses Patienten maximal 650 Euro pro Monat. Wird der Patient künstlich ernährt, kann es passieren, dass die Pflegekasse noch 250 Euro in Abzug bringt, weil die Zeit für das Füttern gespart wird.

Zu diesem Thema wurde im Oktober 2001 die Staatssekretärin des Bundesgesundheitsministeriums, Frau Gudrun Schaich-Walch, befragt, warum diese Ungereimtheit besteht. Diese hochintelligente Staatssekretärin gab an, es wäre nicht gut, dem Patienten, der zu Hause gepflegt wird, einen Betrag von 1.800 Euro zur Verfügung zu stellen (damals sprach man noch von 3.750 DM), weil sich dann der Angehörige durch Aufgabe seines Berufes zu Hause ein schönes Leben mit diesem Geld machen könne.

Abgesehen davon, dass es unverständlich ist, dass eine Staatssekretärin im Gesundheitsministerium solche Äußerung von sich geben kann, kann kein Mensch, der jemals einen Komapatienten gesehen oder die Pflege beobachtet hat, solche Äußerung verstehen. Die Pflege des Komapatienten   welche rund um die Uhr erfolgen und der Patient wird alle 2 Stunden neu gelagert, gereinigt, gepflegt, ernährt, der Schleim abgesaugt und die Beatmung gesichert werden muss.